Nachtalarme für Pflegeheime, ohne Kamera im Zimmer.

Ein kleines Gerät in der Steckdose am Bett meldet dem Nachtdienst, wenn jemand aufsteht, das Zimmer verlässt oder sich eine festgelegte Zeit nicht bewegt hat. Wir sind ein Studierenden­team aus Berlin und bauen es gerade. Die ersten Teile sind bestellt.

Über ein Pilotprojekt sprechen So funktioniert es

Scrollen Sie durch eine Nachtschicht.

Nachts ist eine Person für rund 52 Bewohnerinnen und Bewohner zuständig.

Im Schnitt 51,6, laut einer Befragung von 276 Nachtdienstkräften in deutschen Pflegeheimen (Universität Witten/Herdecke, 2015).

Etwa ein Zwischenfall pro Schicht.

Aus derselben Befragung. Im Schnitt konnten in jeder zweiten Schicht einzelne Bewohnerinnen und Bewohner nicht versorgt werden.

03:12. In Zimmer 14 steht jemand auf.

Das Gerät am Bett misst eine Änderung im WLAN-Signal, und sein Radar bemerkt Bewegung, wo eben noch jemand still lag. Es meldet: Bett verlassen.

Der Alarm kommt dort an, wo das Personal ohnehin hinschaut.

Im Pflegeheim wird das die Rufanlage sein, angeschlossen wie eine Sensormatte. In einer Pflege-WG wird es ein Telefon oder ein Gong sein.

Was ins Zimmer kommt

Pro Zimmer ein kleines Gerät, eingesteckt in eine Steckdose am Bett. Darin stecken ein WLAN-Chip und ein 24-GHz-Radar.

Der WLAN-Chip empfängt viele Male pro Sekunde Datenpakete vom WLAN-Router des Hauses und misst bei jedem, wie das Signal durch den Raum gelaufen ist. Diese Messung heißt Kanalzustandsinformation (Channel State Information, CSI). Bewegt sich jemand, ändern sich die Werte.

Das Radar bemerkt auch eine Person, die still sitzt oder liegt. Das kann WLAN allein nur schlecht.

Im Gerät steckt keine Kamera und kein Mikrofon. Es kann weder Bilder noch Ton aufnehmen.

Unser erster Prototyp, diese Woche bestellt, verteilt das noch auf zwei ESP32-S3-Platinen links und rechts vom Bett und ein separates Radar. So testen wir das Signal, bevor wir das Gehäuse bauen.

Simuliertes Signal: eine Spalte pro WLAN-Unterträger, die neueste Messung oben. Sobald unser Prototyp läuft, ersetzen wir es durch seine echten Messungen.

Was der Nachtdienst erfährt

Bett verlassen
Jemand hat das Bett verlassen.
Zimmer verlassen
Jemand hat das Zimmer verlassen.
Keine Bewegung
Im Zimmer hat sich seit einer eingestellten Zahl von Minuten niemand bewegt.

Das Gerät erkennt keine Stürze und misst nichts über den Gesundheitszustand einer Person. Es sagt dem Personal, wann es Zeit ist, nach jemandem zu sehen.

Stand: Oktober 2026

  1. Wir haben die Teile für unseren ersten Prototyp bestellt: ESP32-S3-WLAN-Platinen und LD2410C-Radarmodule. Die Firmware zum Senden und Auslesen der WLAN-Messungen ist geschrieben und wartet auf sie.

  2. Zehn Interviews beginnen: drei mit Pflegediensten, die Pflege-WGs betreuen, und die übrigen vor allem mit Pflegeheimen.

  3. Zwei Pilotvereinbarungen, sonst schlagen wir eine andere Richtung ein. Pilotprojekte sollen mit zertifizierten Sensoren und unserer Alarmsoftware laufen, bis unser eigenes Gerät fertig ist.

Womit wir anfangen

Wir starten mit den Berliner Pflege-WGs. Ende 2025 gab es davon 811. Nachts betreut dort eine Hilfskraft 3 bis 12 Bewohnerinnen und Bewohner, und die Berliner Wohnteilhabe-Bauverordnung, die eine Rufanlage vorschreibt, ist für Pflegeheime geschrieben, nicht für diese Wohnungen. Pflegeheime sind der größere Markt. Die Anbindung an ihre Rufanlagen kommt als Nächstes.

Was es kosten soll

Ein Preis pro Gerät, kein Abo. Die Förderung nach § 8 Abs. 8 SGB XI übernimmt bis zu 40 % der Kosten für digitale Ausrüstung, höchstens 12.000 € pro Pflegeheim oder Pflegedienst. Sie gilt für Kauf und Leasing, nicht für laufende Servicegebühren.

Wer das schon macht

Mehrere Firmen verkaufen bereits kamerafreie Sensoren an Pflegeheime, darunter nevisQ, cogvis und Qumea. Wir wollen günstiger sein und zu den Abläufen in deutschen Pflegeheimen und Pflege-WGs passen. Ob das reicht, zeigen die Interviews.

Cornelis Drebbel, 1572 bis 1633

Ein niederländischer Erfinder, der in London arbeitete. Er baute einen Quecksilber­thermostat, der einen Brutkasten für Hühnereier auf gleichbleibender Temperatur hielt, eine der ersten überlieferten Maschinen, die sich selbst regelten. 1620 baute er das erste lenkbare U-Boot und testete es in der Themse. Bis 1624 folgten zwei größere.

Seinen Namen haben wir wegen des Thermostats gewählt. Das Bullauge in unserem Logo steht für das U-Boot.

Team

Drei Studierende der CODE University of Applied Sciences in Berlin.

  • Porträt von Maryan Prydatko

    Maryan Prydatko

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    Baut die Firmware der Sensoren und die Alarmsoftware, schreibt mit Tobias unsere YC-Bewerbung. Entwickelt außerdem Hivemind bei Aether, eine App mit mehr als 72.000 Installationen und 11.000 aktiven Nutzerinnen und Nutzern im Monat.

  • Porträt von Tobias Burger

    Tobias Burger

    LinkedIn

    Führt Interviews mit Pflegeanbietern und schreibt mit Maryan unsere YC-Bewerbung. Arbeitet in Teilzeit im Revenue-Operations-Team von Superchat und verantwortet die Partnerschaften bei START Berlin.

  • Porträt von Yannick Verheugen

    Yannick Verheugen

    LinkedIn

    Führt Interviews, betreut unser CRM und spricht mit der CODE über eine EXIST-Förderung. Studentische Hilfskraft in der Softwareentwicklung am Clinical Neurotechnology Lab der Charité. Davor ein Jahr Werkstudent bei Amazon und eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

Sie leiten ein Pflegeheim oder einen Pflegedienst in Berlin?

Wir suchen zwei Pflegeheime oder Pflegedienste, die in diesem Winter mit uns ein Pilotprojekt starten.

Schreiben Sie uns hello@drebbellabs.com